Ludwigsfelde: Jugend trifft Kommunalpolitik

Am 27.April 2019 sind im Ludwigsfelder Jugendzentrum angehende und schon etablierte Kommunalpolitiker*innen mit jungen Ludwigsfelder*innen zusammengetroffen. Einen Nachmittag hatten sich alle Beteiligten freigenommen, um sich kennenzulernen und darüber auszutauschen, was die Jugend in Ludwigsfelde bewegt. Der Einladung der Leitung des DRK-Jugendklubs waren rund 25 Jugendliche gefolgt, sechs Parteien - SPD, Linke, Frauenliste, AfD, die Vereinten und CDU - entsandten Vertreter*innen.

Um die unübersichtliche Lage etwas zu entspannen, gab Moderator Florian Schwabe, Koordinator des Jugendforums Teltow-Fläming, zunächst den Freiraum, sich in Partner*innen-Interviews kennenzulernen. Kleingruppen von Jugendlichen sammelten sich um Kandidat*innen, erstellten mit ihnen kurze persönliche Profile voneinander und bauten so erste Hürden ab. In einem darauffolgenden Puzzle erkundeten Jugendliche und Politiker*innen gemeinsam, was eigentlich auf kommunaler Ebene alles geregelt wird. Und da fielen schon die ersten Groschen: Nicht nur sind Kommunalpolitiker*innen keine anonymen Menschen, sondern Nachbar*innen, stadtbekannte Trainer*innen und Ehrenamtliche. Und das was sie im Stadtparlament beschließen, sind die lebensnächsten Dinge, wie Stadtfeste, Jugendklubs, Wohlfühlorte in der Stadt für alle.

Mit dieser Erkenntnis startete dann die abschließende Fragerunde, in der die Jugendlichen die Kandidat*innen mit ihren Alltagsproblemen konfrontierten und ehrliche Lösungsvorschläge einverlangten. Und es ging hoch her: Kriminalität, Wohnungspolitik, Nahverkehr, ein neuer Jugendklub, und hätte es mehr Zeit gegeben, wären gewiss noch viel mehr Themen aufs Tableau gekommen. Nicht immer, so die Jugendlichen, seien Lösungen für sie erkennbar und zufriedenstellend gewesen. Zur Kriminalitätslage brachte lediglich der Vertreter der SPD einen Vorschlag: präventives Vorgehen in Kombination mit verstärkter Sozialarbeit.

In Sachen Wohnungspolitik für junge Erwachsene und Azubis zeigten die Kandidat*innen ein Potpourri an Ideen: SPD und Linke wollten Einfluss auf die Geschäftspolitik der Märkischen Wohnen (was bisher längst möglich gewesen wäre, wie die Jugendlichen kritisch anmerkten) nehmen; die Vereinten sprach sich für ein behutsameres Stadtwachstum und den Erhalt von Grünflächen aus, die AfD wiederum legte mehr Wert auf den Bau von Familienwohnungen.

Dem lauten Ruf nach einem neuen Jugendhaus standen die Kandidat*innen zwar geschlossen positiv gegenüber, waren sich in der Verwirklichung aber uneins. Die CDU favorisierte einen Umzug des bestehenden Jugendklubs in schulische Räumlichkeiten der Gottlieb-Daimler-Schule bzw. ein Mehrgenerationenhaus in unmitellbarer Nähe. Die AfD formulierte die Idee einer Zusammenlegung mit einem neu zu bauenden Sportzentrum. Und Linke und SPD sprachen sich für einen Neubau (ohne Mischnutzung) in der Nähe zum jetzigen Standort aus.

Die Jugendlichen, mit einigen Antworten zufriedener als mit anderen, waren nichtsdestotrotz angetan von der Möglichkeit des direkten Austauschs mit den Kandidat*innen. Bei Sonnenschein wurden im Hof des Jugendzentrums abschließend bei Grillgemüse und -wurst viele weitere offen gebliebene Fragen lebhaft diskutiert. In einiger Zeit nach der Wahl, so die Idee der Jugendlichen, sollte erneut eingeladen werden zum Diskutieren. Diesmal dann, um zu schauen, was die Kommunalpolitik bewegen konnte und wo der Schuh noch drückt. (Florian Schwabe)

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