Deutsche Einwanderungsgeschichte virtuell

Ein Rundgang durch neun Gebäude und drei Zeitzonen, ohne sich die Beine vertreten zu müssen – das bietet das erste virtuelle Migrationsmuseum Deutschlands. Im Internet und von jedem Ort der Welt aus ermöglicht es einen teils dreidimensionalen Einblick in die Einwanderungsgeschichte Deutschlands seit 1945.

Menschen, die die Website des Museums besuchen, können durch animierte Straßenszenerien laufen, einen Bahnhof, eine Schule, ein Amt, ein Wohnheim oder eine Fabrik betreten, um sich einen lebensnahen Einblick in die Migrationsgeschichte zu erhalten. In den Räumen werden Videos, Fotografien, Zeitschriften, Akten, Tonaufnahmen und Gebrauchsgegenstände von Zeitzeugen gezeigt, die aus dem Fundus des "Dokumentationszentrums und Museums über die Migration in Deutschland" (DOMiD) stammen, das künftig auch ein reales Museum – voraussichtlich in Köln - einrichten will.

Mit dem virtuellen Migrationsmuseum soll aus der Perspektive einer Einwanderungsgesellschaft gezeigt werden, wie Migration unsere Geschichte und unser Zusammenleben prägt. Die Ausstellung ist jedoch kein abgeschlossenes Projekt. Deshalb sind Besucherinnen und Besucher eingeladen, ihre eigenen Objekte und Geschichten der DOMiD-Sammlung anzutragen und auf diese Weise am Museum und der Geschichtsschreibung teilzuhaben. Damit sollen auch Sichtweisen auf bestimmte Aspekte der Migrationsgeschichte eröffnet werden, die bislang noch kaum berücksichtigt wurden.

Das am 28. Mai 2018 in Köln vorgestellte Projekt soll demnächst online gehen, ein genaues Datum steht aber noch nicht fest. Gefördert wird es von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und dem Landschaftsverband Rheinland (LVR).

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