Baruth: 4. Tag der Toleranz im Alten Schloss

Auch das Wetter hat mitgespielt: Bei strahlend blauem Himmel trafen sich am 14. Oktober über hundert Gäste, die der Einladung zum „Tag der Toleranz“ ins Alte Schloss Baruth gefolgt waren. Eingeladen hatten die Partnerschaft für Demokratie (Lokaler Aktionsplan) Teltow-Fläming gemeinsam mit einer Reihe von Netzwerkpartnern und Kulturinitiativen des Landkreises.

Die Integrationsbeauftragte des Landkreises, Christiane Witt, stellte den Besuchern ein umfangreiches Programm vor, das von Mittag bis Mitternacht alle Sinne der Teilnehmer ansprach. Bereits während der Begrüßung durch Baruths Bürgermeister Peter Ilk zog verführerischer Duft frischer Waffeln durch das Schloss, lockten Rindfleischeintopf und laotisches Huhn mit Reis, zubereitet von mehreren internationalen Kochgruppen, in die chromblitzende Schlossküche.

Besonders schnell ging die syrische Salatspeise Tabouleh weg. Manche Teilnehmer, die im Schlosspark Fußball spielten, selbstgebastelte Drachen steigen ließen oder sich im Streetkiting übten, blieb später nichts anderes übrig, als mit spärlicheren Portionen vorliebzunehmen. Ein Glück, dass die Köche ein Einsehen hatten und sich später ein zweites Mal an Schälen, Schnibbeln, Schneiden, Kochen, Dünsten und Servieren machten.

Für die ganz Kleinen und ihre Eltern präsentierte das Theatro Baraonda im Schlosskeller das Stück „Pinocchio will nicht“, und die etwas größeren Kinder ließen sich mit Henna Tatoos auf die Haut malen. Feine Malutensilien erhielten die Gewinner des Schüler-Malwettbewerb unter dem Motto „einfach anders?!“, deren Bilder im großen Saal des Schlosses ausgestellt waren.

Am Nachmittag stellte Bürgermeister Ilk dem Publikum mit Bildern und reichem Informationsmaterial die mongolische Stadt Murun vor, mit der Baruth seit 2011 eine Partnerschaft unterhält. Neben kulturellem Austausch kooperieren beide Städte besonders auf den Gebieten Forst- und Wasserwirtschaft. Zum Ausklang am Abend schließlich bot die Berliner Band Rabajah Proben ihres breiten Repertoires von Balkan-Beat über Reggae bis Jazz. 2014 hatte die Formation den begehrten local heroes award als beste Berliner Band des Jahres gewonnen.


Manche Teilnehmer bedauerten, dass außer den zahlreichen jugendlichen Flüchtlingen, Ehrenamtlichen und Organisatoren relativ wenige Neugierige aus Baruth und Umgebung zum Tag der Toleranz gekommen waren. Ihnen sind nicht nur leckeres Essen und tolle Musik entgangen, sondern auch die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre miteinander ins Gespräch zu kommen.

Der internationale „Tag der Toleranz“ war 1995 von der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur – UNESCO – ins Leben gerufen worden. Weltweit wird er seither am 16. November begangen in der Absicht, „Problembewusstsein in der Öffentlichkeit zu wecken und die Gefahren der Intoleranz deutlich zu machen“.


In der damals verabschiedeten „Erklärung von Prinzipien der Toleranz“ heißt es unter anderem, Toleranz sei der „Schlussstein, der die Menschenrechte, den Pluralismus (auch den kulturellen Pluralismus), die Demokratie und den Rechtsstaat zusammenhält“.

 

 

Impressionen vom 4. Tag der Toleranz am 14. Oktober 2017 im Alten Schloss Baruth/Mark:

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