Ausgezeichnet: "Band für Mut und Verständigung 2018" verliehen

Fünf Initiativen und sieben Einzelpersonen haben den diesjährigen Preis "Band für Mut und Verständigung" erhalten. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke überreichte die Auszeichnungen am 21. Juni in der Potsdamer Staatskanzlei. Die Würdigung richtet sich an Personen aus Berlin und Brandenburg, die sich in besonderer Weise gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt eingesetzt haben. Der Preis wurde zum 25. Mal vergeben.

„Für die Geehrten sind Zivilcourage und Einsatz für Toleranz und Verständigung eine humanistische Pflicht", sagte Woidke in seiner Laudatio, "dennoch kann ich ihnen allen nicht genug dafür danken, denn wir erleben bis heute, dass ein menschliches Miteinander zu keiner Zeit eine Selbstverständlichkeit ist.“

Dabei kritisierte Woidke den von bayerischen Politikern entfachten Streit um die Asyl- und Flüchtlingspolitik. Woidke hielt Bundesinnenminister Seehofer vor, damit Rechtspopulisten in die Hände zu arbeiten sowie Ressentiments gegenüber Geflüchteten und Fremden zu befeuern.

Seit der ersten Presisverleihung 1993 sind über hundert Frauen und Männer sowie Initiativen mit dem „Band für Mut und Verständigung“ ausgezeichnet worden. In diesem Jahr wurden geehrt:

Hauptpreise
„Doberlug-Kirchhain. Menschen für Menschen“
„Jenseits von Babel“ aus Berlin-Tempelhof
Flüchtlingshilfe Jüterbog
Komi Edzro und die Initiative Togo Action Plus aus Berlin
Wolfgang Rall aus Angermünde
future-TV aus Berlin-Pankow

Sonderpreise
Celine, Martha, Michelle aus Prenzlau
Fatuma Musa Afrah aus Berlin und Brandenburg
Heinz J. Ostermann aus Berlin

 

 

Zu den Ausgezeichneten gehörte auch die Flüchtlingshilfe Jüterbog mit der Flüchtlingsbeauftragten des evangelischen Kirchenkreises Mechthild Falk:

 

Band für Mut und Verständigung

Die gewalttätigen Übergriffe auf Migrantinnen und Migranten in Hoyerswerda im Jahr 1991 haben die gesellschaftlichen Kräfte in Berlin und Brandenburg auf Initiative des DGB, Landesbezirk Berlin-Brandenburg, dazu bewogen, ein gemeinsames Bündnis für Mut und Verständigung zu gründen.

Am 16. Oktober 1991 trat das Bündnis mit einer Pressekonferenz im Berliner Rathaus mit dem gemeinsamen „Aufruf zur Wiederherstellung des inneren Friedens und zur Wahrung der Würde aller Menschen“ an die Öffentlichkeit.

Seitdem wirbt das Bündnis durch verschiedene Aktivitäten für Toleranz in der Gesellschaft.

Als ständige Aktivität hat das Bündnis 1993 beschlossen, beispielhafte Aktionen in Berlin und Brandenburg mit dem „Band für Mut und Verständigung“ auszuzeichnen, bei denen Bürger und Bürgerinnen sich couragiert gegen Diskriminierung und Gewalt aus rassistischen Beweggründen wenden bzw. sich in langjähriger und ehrenamtlicher Arbeit für ein friedliches und respektvolles Zusammenleben aller Menschen einsetzen. Es wird seit 1993 vergeben.

Seit dem Jahr 2006 vergibt das Bündnis außerdem den Sonderpreis des „Bandes für Mut und Verständigung“. Dieser Sonderpreis ist eine Auszeichnung für außerordentliches Engagement vor allem junger Menschen und Initiativen im Bereich der interkulturellen Arbeit und Verständigung, die in ihrer Vorbildfunktion andere Menschen motivieren und bestärken können, sich aktiv gegen Rassismus und für ein friedliches Miteinander einzusetzen.


Die Mitglieder des Bündnisses für Mut und Verständigung sind:

    Der Ministerpräsident des Landes Brandenburg Dietmar Woidke
    Der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller
    Die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg Doris Lemmermeier
    Der Beauftragte des Senats von Berlin für Integration und Migration Andreas Germershausen
    Arbeiterwohlfahrt Landesverbände Berlin und Brandenburg
    Caritasverband für das Erzbistum Berlin
    DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
    Paritätischer Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin
    Deutsches Rotes Kreuz Landesverbände Berlin und Brandenburg
    Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
    Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
    Erzbistum Berlin
    Jüdische Gemeinde zu Berlin
    Landessportbund Berlin
    Flüchtlingsrat Berlin

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