Zuwanderer sind nach wie vor willkommen

Bevölkerungsumfrage widerspricht veröffentlichtem Meinungsbild

 

Die deutsche Bevölkerung steht der Zuwanderung wesentlich geneigter gegenüber, als rechtspopulistische Abschottungsideeen nahelegen.Das ergibt sich aus einer neuen Studie der Universität Bielefeld, die die Konfliktforscher Andreas Zick und Madlen Preuß verfasst haben.


Die öffentliche Debatte über Zuwanderung und Integration von Zuwanderern wird in Deutschland nach wie vor von rechtspopulistischen und –extremistischen Abschottungsphantasien dominiert. In Wirklichkeit steht die Bevölkerung dem Thema relativ gelassen gegenüber – gelassener jedenfalls als noch im Jahre 2016.
 
Das zeigt die repräsentative Bevölkerungsumfrage „ZuGleich - Zugehörigkeit und Gleichwertigkeit“, die seit 2014 alle zwei Jahre vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld durchgeführt und von der Stiftung Mercator herausgegeben wird.

Von den 2009 befragten Erwachsenen wollte sie wissen, wie verbreitet die Willkommenskultur gegenüber Migranten tatsächlich ist, wer aus ihrer Sicht (ab) wann und unter welchen Voraussetzungen in der deutschen Gesellschaft dazugehört und wer nicht. Ein knappes Fünftel der Umfrage-Teilnehmer hatte selbst einen Migrationshintergrund oder eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit.

Im Jahr 2016, dem Höhepunkt der öffentlichen Dispute über Zuwanderung, befürworteten rund 32 Prozent der damals Befragten eine Willkommenskultur in Deutschland und damit rund sieben Prozentpunkte weniger als 2014. In der jüngsten Umfrage waren fast 37 Prozent für ein freundliches Willkommen von Zuwanderern und damit wieder mehr als vor zwei Jahren.

Auf die Frage, welche Kriterien für die Zugehörigkeit zur Gesellschaft besonders wichtig seien, nannten über 91 Prozent das Beherrschen der deutschen Sprache und fast 87 Prozent die Achtung deutscher Gesetze und Institutionen. Beide Erwartungen sind von jedem Zuwanderer erfüllbar. Die Zahl derer, die die Zugehörigkeit an eine Geburt in Deutschland (15,4 Prozent) oder eine christliche Religion (14 Prozent) knüpfen wollen, haben im Vergleich zur Umfrage von 2014 noch einmal an Bedeutung verloren.

„Es gibt eine Diskrepanz zwischen dem öffentlichen und politischen Diskurs über Migration und Integration auf der einen und der Lebensrealität der Menschen auf der anderen Seite“, konstatiert Andreas Zick, gemeinsam mit Madlen Preuß Autor der Studie, im Gespräch mit Zeit-Online und kritisiert, dass die politischen Debatten „nicht die erfolgreiche Zivilgesellschaft, sondern die Überlastung der Bürger thematisiert“ hätten.

 

Kernergebnisse der Studie

Kurzfassung der Studie

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