Sehnsucht nach traditionellen Geschlechterrollen

Rechtsextreme und Islamisten sind sich in ihrer Einstellung Frauen gegenüber nahezu einig: Das weibliche Geschlecht ist dem männlichen unterlegen. Für die einen ist diese Haltung gottgewollt - für die anderen gilt nur die traditionelle Hausfrau und Mutter als Bewahrerin der „reinen“ Familie.

So beschreibt der niederländische Sozialwissenschaftler und Publizist Abram de Swaan das Frauenbild rechtsextremer Parteien und Bewegungen, die der Idee anhängen, das „reine Volk“ sei von fremden Elementen bedroht.

Zu dieser Bedrohung werden in der rechtsextremen Vorstellungswelt häufig muslimische Männer gezählt, vor denen die Frauen aus der eigenen Gesellschaft geschützt werden müssen. „In dem äußersten, rechten Flügel wird der Islam (…) derzeit als der größte Feind der Frauen konstruiert“, so de Swaan in einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel.

Der Mann müsse die Frau vor Feinden schützen, damit sie Kinder gebären und dadurch die Gesellschaft aufrechterhalten könne. In dem Zeitungsgespräch geht es vor allem um de Swaans jüngste Veröffentlichung „Gegen Frauen: Der weltweite Kampf von Rechtsextremen und Dschihadisten gegen die Emanzipation“, das soeben in holländischer Sprache erschienen ist und demnächst in englischer Übersetzung vorliegen wird.

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